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Start des Imkerkurses

Erstellt am 21. März 2016 · Veröffentlicht in Aktuelles

Die Einladung zum Imkerkurs ist gut angenommen worden, rund zehn Interessierte hatten sich gemeldet. Unter den Imkerkurs-Teilnehmern sind neben Flüchtlingen auch Sozialpädagogen aus den Wohnprojekten. Auch Herr M. aus dem Wohnprojekt Baldurstraße, der sich bereits letztes Jahr für die Imkerei interessiert und beim Gärtnern ein Hochbeet selbstverantwortlich betreut hatte, ist wieder mit dabei.

Zum vorherigen Jahr gibt es zwei wichtige Neuerungen:

  • Begleitet wird der Imkerkurs durch einen Sprachmittler, der die Erklärungen und auch einzelne schriftliche Texte aus dem Deutschen ins Arabische übersetzt. Wenn es Fragen gibt oder die Teilnehmer selbst etwas beitragen möchten, übersetzt er aus dem Arabischen ins Deutsche. Schon beim ersten Kurstag haben sich auf diese Weise aufschlussreiche Gespräche ergeben – über die Imkerei und darüber hinaus. Ebenfalls positiv ist, dass auch der Sprachmittler an der Imkerei interessiert ist.
    Zudem wurde ein Bildwörterbuch vorbereitet, um das Erlernen der wichtigsten Begriffen der Imkerei zu erleichtern.
    Download des Bildwörterbuchs unter folgendem Link: Bildwörterbuch Bienen & Imkern
  • Der Imkerkurs wird mit einem Zertifikat abgeschlossen. Wer an den Terminen regelmäßig teilnimmt und die Grundlagen der Imkerei am Kursende beherrscht, erhält von Bioland-Imkerin Kristin Mansmann am Ende des Kurses ein Zeugnis über die erfolgreiche Teilnahme an dem Imkerkurs.
Bienenstöcke im Garten des Wohnprojekts Baldurstraße im Frühjahr 2016

Bienenstöcke im Garten des Wohnprojekts Baldurstraße im Frühjahr 2016

Damit, so hoffen wir, ist dieses Jahr der Lernerfolg beim Kurs gesichert: Die Kommunikationsbarrieren nun sehr viel niedriger. Die Aussicht auf ein Zertifikat fördert die Motivation und es lernt sich – hoffentlich – leichter!

Erste Einführung in die Imkerei

Los ging es am Samstag mit einer Einführung in die Imkerei, zu der sich alle Teilnehmer im Gemeinschaftsraum des Wohnprojektes getroffen hatten.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde der Ablauf des Imkerkurses und der Kurstreffen besprochen. Geplant ist, dass sich die Imkergruppe mit dem Sprachmittler zunächst zu einer Theorie-Stunde trifft. Dabei sollen die Lerninhalte besprochen werden, bevor es anschließend an den beiden Bienenstöcken des Wohnprojektes Baldurstraße in die Praxis geht und die entsprechenden Arbeiten ausgeführt werden.

Schon beim ersten Treffen wurde dieser Ablauf umgesetzt. In ihrer Einführung erklärte Bioland-Imkerin Kristin Mansmann Grundlegendes zur Imkerei in Deutschland, dem rechtlichen Hintergrund und worauf jeder, der Bienen halten möchte, darüber hinaus achten sollte.

Frühjahrsblüher wie Krokus sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Bienen

Frühjahrsblüher wie Krokus, für die wir im Herbst Zwiebeln gesetzt hatten, sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Bienen.

Dann wurde der Zusammenhang zwischen dem Klima und dem Wetter in Mitteleuropa besprochen. Unser Klima ist geprägt von den vier Jahreszeiten. Das Blütenangebot ist zu den einzelnen Jahreszeiten sehr unterschiedlich – im Frühjahr und Frühsommer gibt es viele Blüten und viel Nahrung, im Hochsommer sehr viel weniger, im Herbst wieder mehr. Im Winter, wenn Schnee liegt, finden die Bienen keine Nahrung – es gibt keine Blüten. Diese Tatsache wirkt sich natürlich stark auf die Imkerei aus: Im Frühjahr wächst das Volk und produziert Honig, im Winter hält es Winterruhe und verzehrt seine Vorräte.

Die Teilnehmer erfuhren zudem, dass sich die Honigbienenarten, die in Europa gehalten werden, sehr viel weniger aggressiv sind als die Bienenarten, die im arabischen Raum vorkommen.

Start der Bienensaison: Kontrolle des Bienenstocks nach dem Winter

Der Beginn des Frühjahrs ist der „Startschuss“ für die Bienensaison: Wenn die Tage nach dem 21. März wieder deutlich länger werden und die Temperaturen steigen, sind die Bienen sehr aktiv und beginnen zu brüten.

Waben kontrollieren im Frühjahr - einige Kursteilnehmer haben den Kursinhalt mitgefilmt

Waben kontrollieren im Frühjahr – einige Kursteilnehmer haben den Kursinhalt mitgefilmt

Jetzt heißt es den Stock kontrollieren.

  • Ist die Königin noch am Leben?
  • Haben die Bienen genügend Vorräte?

Bei der Durchsicht der Waben kontrolliert der Imker den Wabeninhalt: Wenn es Waben mit Eiern gibt, dann ist klar, dass die Königin lebt und das Bienenvolk sich vermehrt.

Auch die Vorräte kann man an den Waben kontrollieren.

Die Bienen wurden mit Honig aus dem Bioland-Betrieb von Imkerin Kristin Mansmann gefüttert.

Die Bienen wurden mit Honig aus dem Bioland-Betrieb von Imkerin Kristin Mansmann gefüttert.

Wir haben, um das Bienenvolk in seiner Entwicklung zu unterstützen, die Bienen mit Honig gefüttert. Honig ist der Wintervorrat, den die Bienen im Frühjahr und Sommer anlegen. Sie können ihn leicht verdauen und er enthält – anders als Ersatzstoffe – genau die Nährstoffe, die sie brauchen.

Ausblick auf die Gartensaison mit den Hochbeeten

Zum Schluss warfen die Teilnehmer noch einen Blick auf unsere drei Hochbeete. Die Erdbeer-Pflanzen und fast alle Kräuter, Minze, Salbei, Rucola und Thymian, haben den Winter unter der Laubabdeckung gut überstanden und treiben langsam wieder aus. Majoran, der nicht winterhart ist, werden wir nachkaufen, Petersilie wieder selbst aussäen, Schnittlauch ebenso.

Die Teilnehmer am Imkerkurs interessierten sich auch für die Kräuter im Hochbeet.

Die Teilnehmer am Imkerkurs interessierten sich auch für die Kräuter im Hochbeet.

Auch unsere Johannisbeer-Ableger sind in Frühlingsstimmung, die ersten Knospen gehen auf und die Blätter zeigen sich.

Tipp für alle Garten-Interessierten: Am 15. April veranstaltet die Gartengruppe einen Ausflug in ein Gartencenter, um sich über das Angebot an Pflanzen, Samen und den verschiedenen Garten-Utensilien zu informieren!