Imker-Kulturen.

Kulturelle Unterschiede in der Imkerei, oder: Warum Honig im Glas kein Honig ist, oder doch?

Skeptische Blicke auf ein Glas, in dem der Honig goldgelb leuchtet. „Das ist doch kein echter Honig, sondern irgendwas mit Zucker“, meint Herr Muradi aus Afghanistan. Kristallisiert der Honig im Glas aus, ist oft der vermeintliche Beweis erbracht, dass es sich um minderwertigen, mit Zucker versetzten Honig handelt.

Wabenernte

Kristin Mansmann weiß, dass es in Sachen Honig große kulturelle Unterschiede gibt. In arabischen und nordafrikanischen Ländern wird der Honig oft gestreckt. Er ist dort sehr teuer und gilt nicht als Nahrungs-, sondern als Heilmittel. Honigpreise, von denen selbst heimische Imker hier träumen können, sind keine Seltenheit. Deshalb ist nur Honig in der Honigwabe richtiger, also guter Honig. Nur bei Wabenhonig dann der Käufer sicher sein, dass er wirklich von Bienen produziert wurde.

Hier in Deutschland ist der Verkauf der Honigwabe eher eine Seltenheit. Bei unserem Imkerprojekt, bei dem auch Herr Muradi mitimkert, haben wir ein Kompromiss gemacht. Es gibt Honig in der Wabe, der reißenden Absatz findet. Dazu schleudern wir einige Honigwaben und füllen den Honig in Gläser ab. Wenn der Honig goldgelb ins Glas läuft, sind die skeptischen Blicke verschwunden: Es ist echter Honig, der richtig lecker schmeckt!