honig-baldurstrasse

Imkern, Tomaten pflanzen und eine erste kulinarische Kostprobe

Erstellt am 14. Mai 2015 · Veröffentlicht in Aktuelles

Fünfter Aktionstag in der Flüchtlingsunterkunft Baldurstraße: Leider war auch bei diesem Treffen an Christi Himmelfahrt, knapp zwei Wochen nach dem letzten Treffen, das Wetter kaum besser – es regnete. Doch zum Glück war es etwas wärmer als Anfang Mai, so dass Imkerin Kristin Mansmann mit den Flüchtlingen die Bienenbeuten durchsehen konnte.

Kostprobe vom ersten Baldur-Honig

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: In beiden Bienenstöcken wimmelte es nur so von Bienen – die Tiere haben sich in der Zwischenzeit sehr gut vermehrt, auf rund 30.000 Bienen schätzte Kristin Mansmann die Stärke der Bienenvölker. Dazu waren die Bienen sehr aktiv: Im Honigraum, den Kristin Mansmann inzwischen auf die Beuten aufgesetzt hatte, hatten sie die Waben fertig gebaut und mit Honig gefüllt. Etwas zaghaft haben alle mit dem Finger in die Honigwaben getippt und ein wenig Honig probiert – wirklich lecker!

Bei der Durchsicht erklärte Kristin Mansmann die einzelnen Stadien der Entwicklung von Bienen – vom Ei über die Larve bis hin zur „fertigen“ Biene, die wiederum selbst einen bestimmten Lebenszyklus durchläuft. Wer genau hinsah, konnte sogar die Königin entdecken!

bienen-ferne-beobachten

waerme-fuehlen-bienenstock

smoker-bienenstock

bienenwabe-kontrolle

Tomaten in Töpfen

„Welche Pflanzen möchtet Ihr anbauen?“ Beim letzten Pflanztreffen hatten wir mit den Flüchtlingen über ihre Pflanzwünsche gesprochen. Da wurde deutlich, dass sie sich Tomaten wünschen. Tomaten eignen sich nicht so gut für den Anbau in Hochbeeten – sie gedeihen am besten regen- und windgeschützt.

Wohin also mit den Tomaten? Mit Michael Ehm, unserem Ansprechpartner in der Flüchtlingsunterkunft, wurden wir uns alle schnell einig: Auf den breiten Balkonen ist noch genügend Platz für größere Töpfe für Tomaten.

Also haben wir von „München summt!“ einige Töpfe und Pflanzen sowie Bambusstäbe zum Festbinden der Tomaten besorgt und mit den Flüchtlingen die Töpfe bepflanzt.

Dabei pflanzten wir die Tomaten ein stückweit tiefer im Topf als eigentlich notwendig; nach ein paar Wochen wollen wir weitere Erde auffüllen. Der Grund: Wenn man nach und nach Erde auffüllt, bilden Tomaten im unteren Stängelbereich zusätzliche Wurzeln, die die Pflanze mit Nährstoffen und Wasser versorgen.

Zuletzt haben wir die Tomaten gegossen: Dabei achteten wir darauf, dass kein Wasser an die Blätter kommt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Tomaten von der Kraut- und Braunfäule befallen werden.

toepfe-abzugsloch-bohren

erde-urgesteinsmehl-topf

tomaten-einpflanzen

tomaten-einpflanzen

tomaten-toepfe

Herr Muradi war von der Tomaten-Aktion so angetan, dass er nach der Pflanz-Aktion einen Tomatentopf auf seinen Balkon stellte!

Salat in das Kräuterbeet

Die ausgesäten Kräuter der Flüchtlingsfamilie haben gekeimt, die ersten Triebe sind deutlich zu sehen. Aber auch Lücken im Beet! Um sie aufzufüllen und den Platz in den Hochbeeten so effektiv wie möglich zu nutzen, haben wir in die freien Stellen im Beet einige weitere Salatpflanzen gesetzt.

Wichtig beim Gärtnern ist, dass Salat, Gemüse und Früchte nach und nach heranwachsen und geerntet werden können. Manchmal kann es deshalb passieren, dass nicht alle Beete komplett bepflanzt sind. So auch bei uns: Ein halbes Hochbeet war noch frei.

Wir hatten noch Samen von Karotten, ebenso von Buschbohnen, die beide ausgesät wurden.

salat-pflanzen

samen-hochbeet

pflanzen-probieren-testen

Anschließend wurde gemeinsam überlegt, was man noch anbauen könnte. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Flüchtlinge für den nächsten Pflanztermin zwei Paprika-Pflanzen wünschen!

Kulinarische Kostprobe: Obazda mit Schnittlauch

Dass Lauch, genauer gesagt, Schnittlauch bei den Flüchtlingen gut ankommt, war sehr schnell klar: Die Flüchtlinge hatten selbst Schnitt-Knoblauch ausgesät und bei dem Schnittlauch, den wir in das Hochbeet eingepflanzt hatten, schon fleißig geerntet.

Wie die Flüchtlinge den Schnittlauch in ihrer Küche verwenden, wissen wir – noch – nicht. Grund genug aber, ihnen im Rahmen des kulturellen Austauschs ein heimisches Rezept mit Schnittlauch zu präsentieren.

Sigrun Lange hatte die Zutaten für Obazdn, einem typisch bayerischen Brotaufstrich aus Weichkäse, Sauerrahm, Paprikapulver, Zwiebeln und Schnittlauch sowie Bauernbrot mitgebracht und im Gemeinschaftsraum der Flüchtlinge zubereitet. Alle griffen interessiert zu, besonders die Flüchtlingskinder waren neugierig und probierten sehr gerne.

kostprobe-schnittlauch-obazda

Fazit: Auch dieses Mal hat allen Beteiligten das Treffen sehr viel Spaß gemacht, und geschmeckt hat es auch!