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Abschluss des Imkerkurses

Erstellt am 21. Oktober 2016 · Veröffentlicht in Aktuelles

Mitte September stand der letzte Termin des Imkerkurses an. Das Thema dieses Mal: Die Varroabehandlung mit Ameisensäure auf dem Plan.

Zu Anfang zog Imkerin Kristin Mansmann Bilanz: Dieses Jahr, so resumierte sie, war für viele Imker kein gutes Honigjahr. Der Grund ist das Wetter im späten Frühjahr: Der lange Regen im Mai hat verhindert, dass die Bienen zur besten Blühzeit ausfliegen und Nektar sammeln konnten. Einige Imker sind von dem schlechten Wetter so sehr betroffen, dass sie dieses Jahr keinen Honig ernten konnten.

Etwas mehr Glück hatten die Imker des Imkerkurses in der Baldurstraße, wie unser Beitrag über die Honigernte zeigte!

Bienen werden ab August gefüttert

Und zwar mit einer Zucker-Wasser-Mischung; auf zwei Kilo Zucker kommt ein Liter Wasser. Beides wird miteinander zu einer Paste verrührt. Wichtig ist, dass die Imker nur weißen Bio-Zucker verwenden; braunen Zucker vertragen die Bienen nicht.

Mit der Zucker-Fütterung werden die Bienenvölker fit gemacht für den Herbst und Winter. Nur wenn Bienenvölker eine ausreichende Größe haben, können sie den Herbst und Winter, also die Jahreszeiten, in denen sie nicht ausfliegen und selbst Nahrung sammeln können, überleben.

Wie viel zugefüttert werden muss, hängt vom Gewicht jedes einzelnen Bienenstocks ab. Um die Futtermenge zu ermitteln, wiegt man den Bienenstock und kann dann nach einer Formel den Bedarf errechnen.

Mehr dazu unter folgendem Link: https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/fuetterung_.pdf

Die Bienen werden ab Ende August / Anfang September mit einer Zucker-Wasser-Mischung gefüttert.

Die Bienen werden ab Ende August / Anfang September mit einer Zucker-Wasser-Mischung gefüttert.

Im Frühherbst muss der Imker auch gegen die Varroamilbe im Bienenstock vorgehen.

Varroamilbe mit Ameisensäure bekämpfen

Die Varroamilbe (Varroa destructor) stammt aus Asien; inzwischen ist sie auf der ganzen Welt verbreitet und kommt eigentlich in jedem Bienenstock vor.

Warum ist die Varroamilbe so schädlich? Die Varroamilbe krallt sich an der Biene fest und saugt an ihr. Damit schwächt sie die Biene, sie wird anfällig für Krankheiten. Befallene Bienen haben eine verkürzte Lebensdauer und kehren oft nicht in den Stock zurück. Man geht davon aus, dass die Varroamilbe eine der Hauptursachen dafür ist, dass viele Bienenvölker den Winter nicht überleben.

Damit die Bienen gut über den Winter kommen, stand Mitte September die Varroabehandlung mit Ameisensäure an.

Man verwendet dazu Ameisensäure in einer speziellen Verdünnung; die Kursteilnehmer erhielten ein Merkblatt mit den entsprechenden Mengenangaben.

Bekämpfung der Voarroamilbe mit Ameisensäure: Die Ameisensäure tropft auf das Vlies und verdampft

Bekämpfung der Voarroamilbe mit Ameisensäure: Die Ameisensäure tropft auf das Vlies und verdampft

Wichtig: Für die Behandlung der Bienen mit Ameisensäure benötigt man flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe; bei der Behandlung der Tiere sollten Kinder nicht dabei sein!

Bei der Behandlung mit Ameisensäure wird die Ameisensäure auf ein Tuch, das in einer flachen Schale liegt, geträufelt. Die Schale wird oben in den Bienenstock eingebracht.
Die Bienen kommen nicht direkt mit der Ameisensäure in Berührung, sondern nur  über die Luft, die mit der Säure angereichtert ist.

Damit ist sicher gestellt, dass die Bienen bei der Varroabehandlung so wenig wie möglich belastet werden.

Üblicherweise sterben bei dieser Art der Varroa-Bekämpfung rund 80 Prozent der Milben.

Exkurs: Varroa-Resistente Bienenvölker

Ja, die gibt es! In Afrika hatten Imker keine Möglichlichkeit, die Milbe zu bekämpfen. Die Folge war zunächst, dass viele Bienenvölker starben.

Einige Bienenvölker konnten jedoch überleben; Sie wurden damit resistent gegenüber Milbe, und das erklärt sich so:

Die Varroamilbe vermehrt sich in der Brut der Bienen. Varroa-resistente Bienen erkennen, in welchen Brutzellen Bienenbrut heranwächst, die von der Varroamilbe befallen sind.

Sobald sie eine solche befallene Zelle entdecken, entdeckeln sie die Zelle und die Bienenbrut stirbt – mit ihr auch die Varroamilbe.

So wird verhindert, dass sich die Varroamilbe im Bienenstock ausbreitet.

Wichtig: Bienenvölker, die gegen die Varroamilbe resistent sind, gibt es auch bei uns. Ob Völker resistent sind, hängt vom Futter und vielen verschiedenen Faktoren ab – die Forschung sollte, so Imkerin Kristin Mansmann, an diesem Punkt ganz entschieden weiterarbeiten.

Freuen sich über den Abschluss des Projekts: Imkerin Kristin Mansmann (Mitte) mit einigen Teilnehmern aus dem Flüchtlings-Imkerkurs

Freuen sich über den Abschluss des Projekts: Imkerin Kristin Mansmann (Mitte) mit einigen Teilnehmern aus dem Flüchtlings-Imkerkurs

Zertifikate zum Abschluss des Imkerkurses

Geschafft! Die Teilnehmer des Imkerkurses – darunter zwei BetreuerInnen aus der Baldurstraße – erhielten am letzten Imkerkurstag ein Zertifikat. Damit können sie sich bei Imkervereinen vorstellen und haben bessere Möglichkeiten, einen Imkerstandort zu erhalten, wenn sie selbst mit einem oder mehreren eigenen Völkern in die Imkerei einsteigen wollen.

Die Imker-Kursteilnehmer haben mit großem Interesse mitgemacht. Während der ersten Kurstage wurden die jungen Geflüchteten von einem Sprachmittler unterstützt; die späteren Kurstage meisterten sie ohne Sprachmittler – so gut hatten sich ihre deutschen Sprachkenntnisse in der Zwischenzeit entwickelt. Herzlichen Glückwunsch!

Imkerin Kristin Mansmann war von der Begeisterung der Teilnehmer für das Imkern beeindruckt: „Wichtig ist jetzt, dass sie bald selbst mit dem Imkern anfangen – am besten unterstützt von einem erfahrenen Imkerpaten.“ Wie sie dabei vorgehen und worauf es grundsätzlich ankommt, haben sie im Kurs gelernt.